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An-/Bauen - Erleben - Ernten"

Naturnaher Erlebnisraum im Stadtteil Mooswald für Kinder- und Jugendliche

Mit freundlicher Unterstützung der

Waisenhausstiftung Freiburg 

1. Projektbeschreibung

Analyse

In der Arbeit des Kindergartens, des Schülerhortes und der Kinder- und Jugendtreffs FLASH, stellen wir in den letzten Jahren  u.a. folgende Problembereiche fest:

  • Fehlendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und natürliche Wachstumsprozesse
  • Zunehmende „Virtualisierung" der Lebenswelt (Schüler-VZ, Facebook, etc.) - kaum Bezug zur Natur
  • Mangelnde „echte" Bewegungs- und Erlebnisräume
  • Fehlende Gestaltungsmöglichkeiten

Darüber hinaus haben viele Kinder und Jugendliche mit geringem schulischem Erfolg kaum die Möglichkeit ihre Selbstwirksamkeit in anderen Bereichen auszuprobieren und zu fördern. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sie aufgrund ihrer Lebenssituation nicht in der Lage sind andere verbindlichere Angebotsformen wie Sportvereine o. ä. in Anspruch zu nehmen.

Projektidee: „An-/Bauen - Erleben - Ernten": Naturnaher Erlebnisraum im Stadtteil Mooswald für Kinder- und Jugendliche

Auslöser für unsere Projektidee war die Mitarbeit des Sozial- und Jugendzentrum bei der Entwicklung eines Rahmenplanes für die Bebauung im Freiburger Stadtgebiet Mooswald-Ost.

Wichtige Punkte hierbei waren die Zusammenarbeit mit der Projektgruppe des Stadtplanungs­amtes, die Stadtteilbegehungen mit Kindern bzw. Jugendlichen und die Planungswerkstatt in der Wentzinger Schule im März 2010. Hierbei wurde deutlich, dass es im Stadtteil an naturnahen Erlebnisräumen für Kinder und Jugendliche fehlt, und dass durch zukünftige Bebauung und Nachverdichtung diese in Zukunft noch knapper werden. Verschärft wird diese Situation dadurch, dass weder Kindergarten noch Schülerhort oder Jugendzentrum über eine eigene Außenfläche verfügen.

Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen aus Kindergarten, Schülerhort und Kinder- und Jugendzentrum, dass Angebote aus dem Natur-Bereich (z.B. Mundenhof-Besuch, Kanufahren im Naturschutzgebiet Taubergießen, Waldwoche, diverse Bauprojekte, etc.) bei den Kindern und Jugendlichen auf großes Interesse stoßen und ihnen neue und wichtige Erfahrungsräume erschließen.

Angesichts dieser Erfahrungen und der bereits geschilderten Problemlage entstand die Idee als Sozial- und Jugendzentrum einen Kleingarten anzumieten, der dann von Kindern und Jugendlichen aus den Bereichen Kindergarten, Schülerhort und Kinder- und Jugendtreff gemeinsam genutzt werden kann.

2. Projektverlauf

Im Sommer 2010 wurde in unmittelbarer Nähe zu den Einrichtungen (ca. 300m) ein Garten in einer Kleingartenanlage angemietet.

Aufgrund der Förderzusage durch die Waisenhausstiftung konnte Ende 2010 mit den Vorarbeiten zu dem Projekt begonnen werden. In erster Linie ging es darum, eine Unter­kunfts­möglichkeit für die Kinder- und Jugendlichen zu installieren, sowie Stauraum für die verschiedenen Gartengeräte und Materialien zu schaffen. Aufgrund begrenzter Ressourcen erschien es am einfachsten einen gebrauchten Bauwagen mit zwei getrennten Räumen anzu­schaffen. Außerdem sollte der Bauwagen über eine Gasheizung verfügen um im Frühjahr und Herbst insbesondere für die Kinder eine Aufwärmmöglichkeit zu schaffen.

Die Suche danach gestaltete sich allerdings sehr aufwändig, da Bauwägen mit diesen Eigenschaften in der gewünschten Preisklasse nur sehr selten angeboten werden. Letztendlich fand sich ein geeigneter Bauwagen in der Nähe von Stuttgart, der dann per Anhänger nach Freiburg geschafft wurde und mit Hilfe eines Traktors in den Garten geschoben werden konnte.

Notwendige Arbeiten

Wie zu erwarten, waren an diesem Bauwagen einige Arbeiten nötig, u. a.

  • Erneuerung der Dichtungen an den Fenstern
  • Neue Schlösser / Griffe
  • Türscharnier
  • Innenverkleidung von 2 Seiten renovieren, etc.

Außerdem stellte sich heraus, dass noch verschiedene Vorarbeiten an dem Garten selbst nötig waren um diesen für Kinder- und Jugendliche nutzbar zu machen.

  • Reparatur des Zauns
  • Bau eines Tores und einer Eingangstüre
  • Anlegen eines neuen Rasens

 Durchgeführte (Bau-)Projekte

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an und in dem Garten fand teilweise während der Schulzeit teilweise während der Ferien statt. Hierbei konnten verschiedene (Bau-)projekte durchgeführt werden.

  • Anlegen eines Zier-Beetes / Pflanzprojekt  mit Kindern
  • Schneiden von Hecken
  • Einbetonieren von Torpfosten
  • Renovieren der Inneneinrichtung des Bauwagens (Seitenverkleidung)
  • Besorgen einer Anhänger-Ladung Brennholz (Palettenabfall)
  • Bau eines doppelflügigen Tores
  • Bau einer Eingangstüre
  • Erste Zaunarbeiten
  • Anbringen einer kleinen Sichtschutzplane
  • Transport von Wasserfässern => Gießen der Pflanzen
  • Unkraut/Gras entfernen mit Hilfe einer Sense

Außerdem wurde im Anschluss an diese (Bau-)Projekte immer ein gemeinsames Grillen veranstaltet

3. Ausblick

Noch anstehende Arbeiten

Leider konnten für das Sommersemester 2011 keine studienbegleitenden Praktikanten (KIP) der Kath. Hochschule für das Projekt gewonnen werden, sodass nicht alle Vorhaben umgesetzt werden konnten. Wiederholt wurde in den Garten eingebrochen, sodass verstärkt entsprechende Sicherungsarbeiten in den ursprünglich geplanten Ablauf eingeschoben werden mussten (U. a. wurde eine angekettete Schubkarre entwendet). Insbesondere eine Stabilisierung und Erhöhung des Zaunes und der Abschluss der Arbeiten an der Eingangstüre stehen noch aus. Auch stellte sich das Anlegen eines Rasens als aufwändiger als gedacht heraus. Da in einem großen Bereich des Gartens ursprünglich verschiedene Beete angelegt waren ist es notwendig diese Flächen vor der Gras-Saat zu pflügen und mit der Fräse zu bearbeiten. Ebenfalls als aufwändig stellte sich heraus die Gasanlage in Betrieb zu nehmen, da dabei verschiedene Prüfvorschriften zu beachten sind und einige Teile ersetzt werden mussten. Im Zuge dieser Instandhaltungsarbeiten wurde auch auf kleinere Gasflaschen umgerüstet, um die zukünftigen Kosten für Wartung und Prüfung möglichst gering zu halten. Die Anschaffung der entsprechenden Gasflaschen steht noch aus.

Für die Herbstferien 2011 sind mehrere Projekttage geplant, an denen mit Kindern und Jugendlichen im Garten gearbeitet werden wird. Dabei soll der Innenausbau des Bauwagens soweit abgeschlossen werden, dass der Raum in der kalten Jahreszeit als Aufenthaltsraum genutzt werden kann. Außerdem soll der Untergrund für die Rasensaat im Frühjahr 2012 vorbereitet werden.

Für die weitere Zukunft sind folgende Projekte geplant:

  • Abschluss der Zaunarbeiten
  • Anbringen einer Dachrinne / Tonne zum Sammeln von Regenwasser
  • Anschaffung einer umweltfreundlichen Komposttoilette
  • Bau eines Toilettenhäuschens für die Komposttoilette
  • Bau eines kleinen Baumhauses
  • Anschaffung eines Rasenmähers
  • Bau einer Halterung für eine Slackline
  • Anschaffung einer wetterfesten Tischtennisplatte
  • Bau eines Vordaches für den Eingangsbereich
  • Anlegen eines kleinen Weges (Waschbetonplatten) um auch bei schlechtem Wetter den Bauwagen nutzen zu können
  • Ausbau der Werkzeugkammer (Regal, Gerätehalterung)
  • Diverse Pflanz- und Anbauprojekte

Für das Sommersemester 2012 werden wieder Praktikanten für die Projektmitarbeit gesucht.